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+7 -7
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@@ -97,7 +97,7 @@ Hochschule der Medien Stuttgart
<!-- _class: lead -->
# Herzlich willkommen!
# Herzlich willkommen
## Einführung
---
@@ -116,13 +116,13 @@ Hochschule der Medien Stuttgart
---
# Warum dieses Modul?
# Motivation für dieses Modul
**Das Internet ist überall** – aber was steckt dahinter?
* Warum sehen Webseiten auf dem Handy anders aus?
* Wie funktioniert eigentlich das Internet?
* Wie erkennen Sie, ob eine Werbeagentur gute Arbeit leistet?
* Wie erkennt ihr, ob eine Werbeagentur gute Arbeit leistet?
* Was hat ein Unterseekabel mit meiner E-Mail zu tun?
* **→ Die Technik dahinter verstehen und fundierte Entscheidungen treffen**
@@ -136,13 +136,13 @@ Als Digital- und MedienwirtschaftlerInnen werdet ihr täglich mit technischen Fr
* Wie baue ich eine barrierearme Webseite?
* Welches Protokoll für welchen Zweck?
* Wie funktioniert das Web hinter den Kulissen?
* **→ Mitreden können – und selbst Webseiten bauen!**
* **→ Mitreden können – und selbst Webseiten bauen**
---
# Was Sie hier lernen werden
# Lernziele
**In dieser Veranstaltung erwerben Sie folgende Kompetenzen:**
**In dieser Veranstaltung erwerbt ihr folgende Kompetenzen:**
* Geschichte des Computers und Internets
* HTML-Grundlagen und semantisches Markup
@@ -172,7 +172,7 @@ Als Digital- und MedienwirtschaftlerInnen werdet ihr täglich mit technischen Fr
2. Netzwerke, Protokolle, **semantisches HTML** & **CSS**
3. Interaktivität, Animationen & **JavaScript**
**Ziel:** "Gelernte Hilflosigkeit" ablegen
**Ziel:** Technische Scheu abbauen und Web-Grundlagen selbst beherrschen
---
+27 -27
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@@ -126,7 +126,7 @@ Hochschule der Medien Stuttgart
2. Netzwerke, Protokolle, **semantisches HTML** & **CSS**
3. Interaktivität, Animationen & **JavaScript**
**Ziel:** "Gelernte Hilflosigkeit" ablegen
**Ziel:** Technische Scheu abbauen und Web-Grundlagen selbst beherrschen
---
@@ -403,10 +403,10 @@ Der Turing-Test (1950): Ein Interrogator kommuniziert per Text mit einem Mensche
- Implosions-Simulationen
- Nuklearphysik-Gleichungen
**Lösung 1943:** Menschliche "Computer"
**Lösung 1943:** Die Berechnungen übernehmen menschliche "Computer"
→ Mathematikerinnen mit Taschenrechnern & IBM-Lochkarten
**Zu langsam** → Bedarf an automatischer Berechnung
**Das ist zu langsam** → es entsteht der Bedarf an automatischer Berechnung
**Schlüsselfigur:** John von Neumann (Mathematik & Stoßwellen)
@@ -427,7 +427,7 @@ Das ENIAC-Projekt in Philadelphia sollte die Berechnungen beschleunigen.
# John von Neumann (1903–1957)
- Geboren in Budapest, Österreich-Ungarn
- Mit 8: Konnte Telefonbücher auswendig
- Mit 8: Konnte ganze Telefonbücher auswendig aufsagen
- Mit 22: Doktor in Mathematik
**Beiträge:**
@@ -623,7 +623,7 @@ COBOL läuft heute noch auf Bankensystemen
- Jeder Befehl entspricht direkt einer CPU-Instruktion
- Hardwarenah, aber für Menschen lesbar
**Fun Fact:** Chris Sawyer schrieb **RollerCoaster Tycoon** (1999) fast komplett in x86-Assembly
**Kuriosum:** Chris Sawyer schrieb **RollerCoaster Tycoon** (1999) fast komplett in x86-Assembly
<!--
KATHLEEN BOOTH (1922–2022):
@@ -893,7 +893,7 @@ Geprägt 1948 von Claude Shannon
<!--
Alles Digitale basiert darauf
Transistoren in CPUs: Milliarden Bits schalten Millionen Mal pro Sekunde
Transistoren in CPUs: Milliarden Bit schalten Millionen Mal pro Sekunde
Shannon: Begründer der Informationstheorie
-->
@@ -940,19 +940,19 @@ binary 00101010 = decimal 42
- ASCII (1963) brauchte 7 Bit für 128 Zeichen
- 8 Bit = praktisch für Hardware (Zweierpotenz: 2³ = 8)
- 8 Bit = 2 Hexadezimalziffern (elegante Darstellung)
- Kleinste adressierbare Einheit im Speicher: Prozessor kann nicht einzelne Bits direkt ansprechen, immer Bytes
- Kleinste adressierbare Einheit im Speicher: Prozessor kann nicht einzelne Bit direkt ansprechen, immer Byte
-->
---
# Was kann man mit 256 Zuständen machen?
# 256 Zustände – was sich damit darstellen lässt
- **256 Zeichen** (Buchstaben, Zahlen, Symbole)
- **256 Graustufen** (0 = Schwarz, 255 = Weiß)
- **256 Lautstärkestufen**
- **Zahlen 0-255**
**Für Farbe:** 3 Bytes pro Pixel (RGB)
**Für Farbe:** 3 Byte pro Pixel (RGB)
R=0-255, G=0-255, B=0-255 → **16,7 Millionen Farben**
<!--
@@ -1004,7 +1004,7 @@ Warum gerade 8 Bit?
<!--
Dezimal = was wir im Alltag nutzen (10 Finger → 10 Ziffern)
Binär = was Computer nutzen (Strom an/aus → 2 Zustände)
Hexadezimal = Kompromiss: kompakter als Binär, aber passt perfekt auf Bytes (2 Hex-Ziffern = 1 Byte = 8 Bit)
Hexadezimal = Kompromiss: kompakter als Binär, aber passt perfekt auf Byte (2 Hex-Ziffern = 1 Byte = 8 Bit)
Die Basis bestimmt, wie viele Symbole pro Stelle zur Verfügung stehen:
- Dezimal: 10 (0–9)
- Binär: 2 (0, 1)
@@ -1021,7 +1021,7 @@ Die Basis bestimmt, wie viele Symbole pro Stelle zur Verfügung stehen:
**Hexadezimal (Base 16):**
`4D 50 33` (= "MP3" in ASCII)
**Jede Hex-Ziffer = 4 Bits (ein "Nibble")**
**Jede Hex-Ziffer = 4 Bit (ein "Nibble")**
0-9, A-F (A=10, B=11, ..., F=15)
`4 = 0100` `D = 1101`
@@ -1031,7 +1031,7 @@ Die Basis bestimmt, wie viele Symbole pro Stelle zur Verfügung stehen:
<!--
Hex = Shortcut für Menschen
1 Byte = 2 Hex-Ziffern (00-FF)
"Nibble" = 4 Bits = halbes Byte (Wortspiel: nibble = knabbern, byte = beißen)
"Nibble" = 4 Bit = halbes Byte (Wortspiel: nibble = knabbern, byte = beißen)
CSS (Cascading Style Sheets)-Farben nutzen Hex: #FF0000 = Rot
-->
@@ -1076,7 +1076,7 @@ Dieselben 8 Byte (PNG-Dateianfang: 89 50 4E 47 0D 0A 1A 0A) — drei Perspektive
---
# Wo begegnet Ihnen Hex-Code?
# Wo euch Hex-Code begegnet
| Kontext | Beispiel |
|---------|----------|
@@ -1112,7 +1112,7 @@ Fehlercodes: Windows zeigt diese bei Bluescreens
---
# Bit vs. Byte: Die Verwirrung
# Bit vs. Byte: der Unterschied
**1 Byte = 8 Bit** → Bit ÷ 8 = Byte
@@ -1126,7 +1126,7 @@ Fehlercodes: Windows zeigt diese bei Bluescreens
<!--
Bits = kleines b, Bytes = großes B
Bit = kleines b, Byte = großes B
Internetanbieter: Mbit/s (klingt größer!)
100 Mbit/s ÷ 8 = 12,5 MB/s
Warum? Marketing - 100 klingt besser als 12,5
@@ -1146,7 +1146,7 @@ Warum? Marketing - 100 klingt besser als 12,5
**H**yper**T**ext **M**arkup **L**anguage
* **Keine** Programmiersprache
* Am ehesten eine Formattierungssprache
* Am ehesten eine Auszeichnungssprache (Markup)
* Beschreibt **Struktur und Aufbau** einer Webseite
* ```html
<p>Das ist ein Absatz.</p>
@@ -1167,8 +1167,8 @@ Aktuelle Version: HTML5 (seit 2014)
# Was ist HTML? (2/2)
* Mit HTML werden **HTML-Dokumente** beschrieben (bspw. `index.html`)
* Ein HTML-Dokument beschreibt das/den `Document Object Model (DOM)`
* Der DOM ist eine **hierarchische Baumstruktur** (Kind- und Elternelemente)
* Ein HTML-Dokument beschreibt das **Document Object Model (DOM)**
* Das DOM ist eine **hierarchische Baumstruktur** (Kind- und Elternelemente)
* *parent nodes / elements*
* *child nodes / elements*
* *sibling nodes / elements*
@@ -1178,12 +1178,12 @@ Aktuelle Version: HTML5 (seit 2014)
# HTML-Anatomie (1/2)
Formattierungssprache
HTML ist eine Auszeichnungssprache (Markup).
* HTML folgt einer strengen **Syntax** zur Formattieren von digitalen Inhalten
* HTML folgt einer strengen **Syntax** zum Auszeichnen digitaler Inhalte
* Syntax: `<element attribute="value"> ... </element>`
* Öffnende und schließende HTML-Tags müssen identisch sein
* Das schließende Tag muss ein `/` nach der Spitzenklammer haben
* Das schließende Tag hat ein `/` direkt nach der öffnenden spitzen Klammer (`</p>`)
---
@@ -1199,7 +1199,7 @@ Formattierungssprache
* `<b> ... </b>` fett-gedruckter Text (inline)
* `<a> ... </a>` Hyperlink (Verlinkung zu anderen Webseiten, Bildern)
* `<body> ... </body>` Sichtbarer Teil eines HTML-Dokuments
* `<details> ... </details>` Collapsable / Akkordion / Aufklapp-Text
* `<details> ... </details>` Aufklapp-Text (Akkordion)
* **Selbst-schließend**
* `<img />` Bild, Vektorgrafik etc.
* `<input />` Eingabefeld
@@ -1385,7 +1385,7 @@ a = anchor (Anker)
# Natives HTML
Was noch üblicherweise mit Skriptsprachen wie JavaScript und anderen umgesetzt werden musste, kann nun HTML selber. Wer dieses dennoch verwendet, hat das einen sog. *"Code smell"*.
Vieles, was früher JavaScript erforderte, beherrscht HTML inzwischen selbst. Wer es dennoch per Skript löst, produziert einen sogenannten *"Code Smell"*.
| Funktion | HTML-Element |
|----------|--------------|
@@ -1510,7 +1510,7 @@ Accessibility ist eingebaut
<!-- _class: lead -->
# Wie nutzen Menschen das Web?
# Wie Menschen das Web nutzen
---
@@ -1554,7 +1554,7 @@ Accessibility ist eingebaut
---
# Wie nutzen Menschen das Web?
# Wie Menschen das Web nutzen
| Eingabe | Nutzungsweise |
|---------|---------------|
@@ -1613,10 +1613,10 @@ Screenreader lesen den DOM sequenziell – semantisches HTML (`<nav>`, `<main>`,
---
# Warum "Barrierefreiheit"?
# Bedeutung von "Barrierefreiheit"
**Rechtlich:**
- EU: European Accessibility Act (seit Juni 2025 in Kraft!)
- EU: European Accessibility Act (seit Juni 2025 in Kraft)
- DE: BITV 2.0 (Behörden), Privatwirtschaft betroffen
**Ethisch:**
+57 -55
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@@ -215,13 +215,13 @@ Das Web folgt dem **Client-Server-Modell**: Ein Client (Browser) sendet einen **
# Glossar: Adressen & Identitäten
Jedes Gerät im Netz braucht Adressen: eine **IP** für das globale Routing, eine **MAC** für das lokale Netz und einen **Port** für das richtige Programm.
Jedes Gerät im Netz braucht Adressen: eine **IP** (Internet Protocol) für das globale Routing, eine **MAC** (Media Access Control) für das lokale Netz und einen **Port** für das richtige Programm.
| Begriff | Was ist das? | Beispiel |
|---------|--------------|----------|
| **IP-Adresse** | Globale Adresse im Internet | `212.132.79.37` |
| **MAC-Adresse** | Hardware-Adresse der Netzwerkkarte | `aa:bb:cc:dd:ee:ff` |
| **Port** | "Türnummer" auf einem Rechner | `80`, `443`, `22` |
| **Port** | Nummer eines Programms bzw. Dienstes | `80`, `443`, `22` |
| **DNS** | Telefonbuch: Name → IP | hdm-stuttgart.de → IP |
| **Domain** | Menschenlesbarer Name | `hdm-stuttgart.de` |
@@ -248,10 +248,10 @@ Daten werden Schicht für Schicht verpackt — jede Schicht fügt einen eigenen
|-------------|-------------------------------------------------------|--------------------------|
| **Payload** | Die eigentlichen Nutzdaten (bspw. Request, Response) | Anwendung |
| **Header** | Metadaten vor und nach dem Payload | Jedes Layer |
| **Segment** | Payload + TCP-Header (Anwendungsport) | Transport (Layer 4) |
| **Paket** | Payload + IP-Header (WLAN-Router) | Internet (Layer 3) |
| **Frame** | Payload + MAC-Header (Netzwerkkarte) | Netzzugang (Layer 2) |
| **Bit** | Abfolge von Signalen (Licht, Strom, Kabel, Mobilfunk) | Bitübertragung (Layer 1) |
| **Segment** | Payload + TCP-Header (Anwendungsport) | Transport (Layer 3) |
| **Paket** | Payload + IP-Header (WLAN-Router) | Internet (Layer 2) |
| **Frame** | Payload + MAC-Header (Netzwerkkarte) | Netzzugang (Layer 1) |
| **Bit** | Abfolge von Signalen (Licht, Strom, Kabel, Mobilfunk) | Netzzugang (Layer 1) |
<!--
@@ -306,9 +306,9 @@ Protokolle regeln die Kommunikation auf jeder Schicht — von der Anwendung (HTT
| **HTTP** | Webseiten + Inhalte übertragen | 80 | Anwendung (Layer 4) |
| **HTTPS** | HTTP + Verschlüsselung | 443 | Anwendung (Layer 4) |
| **DNS** | Namen → IP-Adressen | 53 | Anwendung (Layer 4) |
| **TCP** | Zuverlässige Übertragung | – | Transport (Layer 4) |
| **UDP** | Schnelle Übertragung | – | Transport (Layer 4) |
| **IP** | Routing durchs Internet | – | Internet (Layer 3) |
| **TCP** | Zuverlässige Übertragung | – | Transport (Layer 3) |
| **UDP** | Schnelle Übertragung | – | Transport (Layer 3) |
| **IP** | Routing durchs Internet | – | Internet (Layer 2) |
<i><small>HTTP(S) = Hypertext Transfer Protocol (Secure)</small> · <small>DNS = Domain Name System</small> · <small>TCP = Transmission Control Protocol</small> · <small>UDP = User Datagram Protocol</small> · <small>IP = Internet Protocol</small>
</i>
@@ -350,7 +350,7 @@ Zwischen Klick und fertiger Webseite liegen viele Stationen.
Jede Schicht spricht eine andere Sprache:
- Browser → **HTTP**
- Netzwerkkarte → **Bits und Signale**
- Netzwerkkarte → **Bit und Signale**
- Router → **IP-Pakete**
- Provider → **Routing**
@@ -361,7 +361,7 @@ SPEAKER NOTES:
- Browser→Server: min. 7-8 Stationen
- Jede Station: andere Aufgabe
- Browser versteht HTTP
- Netzwerkkarte versteht nur Bits (Strom an/aus)
- Netzwerkkarte versteht nur Bit (Strom an/aus)
- Router versteht IP
- Wie zusammenbringen?
-->
@@ -406,6 +406,8 @@ SPEAKER NOTES:
Jede Schicht hat genau eine Aufgabe und nutzt nur die Schicht direkt darunter.
<small>SMTP = Simple Mail Transfer Protocol</small>
<!--
SPEAKER NOTES:
- TCP/IP = das echte Internet
@@ -424,7 +426,7 @@ SPEAKER NOTES:
# TCP/IP-Modell – Vertiefung
Das TCP/IP-Modell entstand praktisch aus dem ARPANET (1970er), im Gegensatz zum theoretischen OSI-Modell (7 Schichten, 1984). TCP/IP hat sich durchgesetzt, weil es das reale Internet beschreibt.
Das TCP/IP-Modell entstand praktisch aus dem ARPANET (1970er), im Gegensatz zum theoretischen OSI-Modell (Open Systems Interconnection, 7 Schichten, 1984). TCP/IP hat sich durchgesetzt, weil es das reale Internet beschreibt.
**Schicht-Aufgaben im Detail:**
@@ -441,6 +443,8 @@ Das TCP/IP-Modell entstand praktisch aus dem ARPANET (1970er), im Gegensatz zum
**Warum Schichten?** Abstraktion. HTTP muss nicht wissen, ob Ethernet oder WLAN verwendet wird. Änderungen in einer Schicht betreffen andere nicht.
<small>FTP = File Transfer Protocol · ICMP = Internet Control Message Protocol · PPP = Point-to-Point Protocol</small>
---
# Schichten verpacken Daten
@@ -458,7 +462,7 @@ SPEAKER NOTES:
- TCP: eigener Header dazu (Ports, Seq-Nr) → weiter
- IP: eigener Header dazu (IPs) → weiter
- Ethernet: Header + Trailer (MACs, Prüfsumme)
- Am Ende: Bits → elektrische Signale / Funk
- Am Ende: Bit → elektrische Signale / Funk
- Empfang: Rückwärts auspacken
-->
@@ -501,15 +505,15 @@ SPEAKER NOTES:
| Schicht | Einheit | Header-Inhalte |
|---------|---------|----------------|
| Anwendung | Daten | HTTP-Header, Cookies, Content-Type |
| Transport | Segment | Quell-/Zielport, Sequenznummer, Flags (SYN, ACK) |
| Internet | Paket | Quell-/Ziel-IP, TTL, Protokoll (TCP=6, UDP=17) |
| Netzzugang | Frame | Quell-/Ziel-MAC, EtherType, CRC-Prüfsumme |
| Transport | Segment | Quell-/Zielport, Sequenznummer, Flags (SYN = Synchronize, ACK = Acknowledge) |
| Internet | Paket | Quell-/Ziel-IP, TTL (Time To Live), Protokoll (TCP=6, UDP=17) |
| Netzzugang | Frame | Quell-/Ziel-MAC, EtherType, CRC-Prüfsumme (Cyclic Redundancy Check) |
**Overhead-Rechnung (1 Byte HTTP-Body):**
- Ethernet: 14 + 4 Bytes (Header + Trailer)
- IP: 20 Bytes (ohne Optionen)
- TCP: 20 Bytes (ohne Optionen)
- **Minimum: 58 Bytes für 1 Byte Nutzlast**
- Ethernet: 14 + 4 Byte (Header + Trailer)
- IP: 20 Byte (ohne Optionen)
- TCP: 20 Byte (ohne Optionen)
- **Minimum: 58 Byte für 1 Byte Nutzlast**
**Decapsulation:** Empfänger packt in umgekehrter Reihenfolge aus. Jede Schicht prüft ihren Header (z.B. CRC) und reicht Nutzdaten nach oben.
@@ -577,7 +581,6 @@ SPEAKER NOTES:
- **Global eindeutig** (im gesamten Internet)
- Identifiziert einen **Rechner**
- **Bleibt gleich** auf dem gesamten Weg
- Analogie: **Empfänger auf einem Brief**
Router lesen die Ziel-IP und leiten das Paket in die passende Richtung weiter.
@@ -600,7 +603,6 @@ aa:bb:cc:dd:ee:ff
- **Lokal eindeutig** (nur im lokalen Netzwerk relevant)
- Identifiziert eine **Netzwerkkarte**
- **Ändert sich bei jedem Hop**
- Analogie: **"Nächstes Postamt: XY"**
Sie funktioniert nur innerhalb eines Netzwerksegments.
@@ -621,11 +623,11 @@ SPEAKER NOTES:
![bg right:35% fit](./assets/demos/port-highlight.png)
Ein Port identifiziert ein **Programm** auf einem Rechner — wie eine **Wohnungstür im Mehrfamilienhaus**.
Ein Port identifiziert ein bestimmtes **Programm** (bzw. einen Dienst) auf einem Rechner.
- **80** → HTTP
- **443** → HTTPS
- **22** → SSH
- **22** → SSH (Secure Shell)
- **53** → DNS
<!--
@@ -674,6 +676,11 @@ SPEAKER NOTES:
Drei Adressebenen lösen drei verschiedene Probleme:
**Port (Schicht 3 – Transport):**
- 16 Bit → 65.535 mögliche Ports
- Well-Known Ports (0–1023): HTTP=80, HTTPS=443, SSH=22
- Ephemeral Ports (49152–65535): Dynamisch für Client-Verbindungen
**IP-Adresse (Schicht 2 – Internet):**
- Hierarchisch aufgebaut: Netzwerk-Teil + Host-Teil
- Router lesen nur den Netzwerk-Teil für Routing-Entscheidungen
@@ -685,12 +692,7 @@ Drei Adressebenen lösen drei verschiedene Probleme:
- Nur relevant für den **nächsten Hop** – wird bei jedem Router ersetzt
- ARP (Address Resolution Protocol) übersetzt IP → MAC
**Port (Schicht 3 – Transport):**
- 16 Bit → 65.535 mögliche Ports
- Well-Known Ports (0–1023): HTTP=80, HTTPS=443, SSH=22
- Ephemeral Ports (49152–65535): Dynamisch für Client-Verbindungen
**Warum ändert sich nur MAC?** IP ist das Endziel (Brief-Adresse), MAC ist der aktuelle Bote (wer trägt den Brief gerade?).
**Nur die MAC-Adresse ändert sich unterwegs:** Die IP bezeichnet das Endziel und bleibt konstant, die MAC nur den jeweils nächsten Hop und wird an jedem Router ersetzt.
---
@@ -794,12 +796,12 @@ SPEAKER NOTES:
![bg right:45% fit](./assets/demos/dns-tree.png)
**Dezentral:** Niemand kennt alles.
DNS ist **dezentral** organisiert: Kein Server kennt alle Namen.
Jede Ebene kennt nur die nächste:
Jede Ebene verweist nur auf die Ebene darunter:
- Root → .de, .com, .org
- .de → alle .de-Domains
- Root → TLDs (Top-Level-Domains: .de, .com, .org)
- .de → autoritative Server jeder .de-Domain
- hdm-stuttgart.de → www, mail, …
<!--
@@ -850,7 +852,7 @@ SPEAKER NOTES:
- DNS = normales Netzwerk-Protokoll
- Nutzt UDP (schneller, kleine Anfragen)
- Port 53
- Wird auch verpackt: UDP→IP→Ethernet→Bits
- Wird auch verpackt: UDP→IP→Ethernet→Bit
-->
---
@@ -901,7 +903,7 @@ TCP ist **verbindungsorientiert**:
- Verlorene Pakete können erkannt und neu angefordert werden
**Analogie:**
Telefonat: Klingeln → Abheben → "Hallo?" → Gespräch beginnt
Telefonat: Klingeln → Abheben → Gespräch beginnt
<!--
SPEAKER NOTES:
@@ -961,7 +963,7 @@ Der Handshake synchronisiert **Sequenznummern** – essenziell für TCPs Zuverl
- SYN-Flood-Attacke: Millionen SYNs ohne ACK → Server-Ressourcen erschöpft
- Schutz: SYN-Cookies (Server speichert keinen State bis ACK kommt)
**Verbindungsabbau:** 4-Way-Handshake (FIN → ACK → FIN → ACK) oder RST für sofortigen Abbruch.
**Verbindungsabbau:** 4-Way-Handshake (FIN = Finish → ACK → FIN → ACK) oder RST (Reset) für sofortigen Abbruch.
---
@@ -1007,7 +1009,7 @@ Accept-Language: de-DE
Connection: keep-alive
```
Der Request umfasst rund 200 Bytes Text.
Der Request umfasst rund 200 Byte Text.
**GET** ruft Daten ab (im Gegensatz zu **POST**, das Daten sendet).
**/** bezeichnet die Startseite.
@@ -1019,7 +1021,7 @@ SPEAKER NOTES:
- "/" = Wurzel = Startseite
- HTTP/2.0 = Protokollversion
- Header: Kontext (Host, Browser, Sprache)
- ~200 Bytes Text → müssen durchs Internet
- ~200 Byte Text → müssen durchs Internet
-->
---
@@ -1031,7 +1033,7 @@ SPEAKER NOTES:
<!--
SPEAKER NOTES:
- 200 Bytes Request → was passiert damit?
- 200 Byte Request → was passiert damit?
- Schicht für Schicht verpacken
-->
@@ -1123,7 +1125,7 @@ SPEAKER NOTES:
# Layer 1: Physical
Frame wird zu **Bits** – Bits werden zu Signalen:
Frame wird zu **Bit** – Bit werden zu Signalen:
| Medium | Signal |
|--------|--------|
@@ -1140,7 +1142,7 @@ Ab Schicht 1 erfolgt die Übertragung physikalisch.
<!--
SPEAKER NOTES:
- Ganz unten: Physik
- Frame → Bits → Signale
- Frame → Bit → Signale
- Je nach Medium:
- Kupfer: Spannung High/Low
- Glasfaser: Licht an/aus
@@ -1169,7 +1171,7 @@ SPEAKER NOTES:
Der Router verarbeitet das Frame in drei Schritten:
1. **Layer 1:** Signale werden zu Bits.
1. **Layer 1:** Signale werden zu Bit.
2. **Layer 2:** Frame und MAC-Adresse werden geprüft, dann ausgepackt.
3. **Layer 3:** Die Ziel-IP liegt außerhalb des lokalen Netzes.
@@ -1178,7 +1180,7 @@ Der Router verarbeitet das Frame in drei Schritten:
<!--
SPEAKER NOTES:
- Router empfängt Frame
- Physik: Signale → Bits
- Physik: Signale → Bit
- Ethernet: MAC okay? Prüfsumme okay? → auspacken
- IP: Ziel-IP lesen → 212.132.79.37 → nicht mein Netz
- Routing-Tabelle: In welche Richtung?
@@ -1252,7 +1254,7 @@ Am Ende erkennt der Webserver die Anfrage nach der Startseite.
<!--
SPEAKER NOTES:
- Schicht für Schicht auspacken:
- Physik → Bits
- Physik → Bit
- Ethernet → Frame prüfen → auspacken
- IP → Ziel-IP = meine? Ja → auspacken
- TCP → Port 443 = Webserver-Prozess → auspacken
@@ -1282,7 +1284,7 @@ Rund 45 KB HTML müssen nun zu euch übertragen werden.
SPEAKER NOTES:
- Antwort: 200 OK = alles gut
- Content-Type: HTML
- Content-Length: 45231 Bytes
- Content-Length: 45231 Byte
- Dann: eigentlicher HTML-Code
-->
@@ -1399,7 +1401,7 @@ Beide sind Transport-Protokolle (Schicht 3), aber mit fundamental unterschiedlic
**UDP (User Datagram Protocol):**
- Verbindungslos (Fire-and-Forget)
- Keine Sequenznummern, keine ACKs
- Header nur 8 Bytes (TCP: 20+ Bytes)
- Header nur 8 Byte (TCP: 20+ Byte)
- Anwendung muss selbst für Zuverlässigkeit sorgen
| Anwendung | Protokoll | Grund |
@@ -1440,9 +1442,9 @@ SPEAKER NOTES:
**MTU** = Maximum Transmission Unit
Ein Ethernet-Frame kann maximal **1500 Bytes** Nutzdaten transportieren.
Ein Ethernet-Frame kann maximal **1500 Byte** Nutzdaten transportieren.
**Problem:** Ein Foto hat 3.000.000 Bytes.
**Problem:** Ein Foto hat 3.000.000 Byte.
**Lösung:** TCP zerschneidet die Daten in ~2000 Segmente.
Jedes Segment hat eine Sequenznummer.
@@ -1451,7 +1453,7 @@ Der Empfänger setzt sie zusammen.
<!--
SPEAKER NOTES:
- MTU = physikalisches Limit
- Ethernet-Frame: max 1500 Bytes Nutzdaten
- Ethernet-Frame: max 1500 Byte Nutzdaten
- Webseite 100KB, Video Gigabytes?
- TCP zerschneidet in passende Stücke
- Jedes mit Sequenznummer
@@ -1516,7 +1518,7 @@ HTTP-Methoden definieren die **Semantik** der Anfrage – was der Client vom Ser
**Idempotent:** Mehrfaches Ausführen hat denselben Effekt wie einmaliges (GET, PUT, DELETE).
**Safe:** Ändert nichts am Server (nur GET, HEAD, OPTIONS).
**REST-Prinzip:** URLs identifizieren Ressourcen, Methoden definieren Aktionen.
**REST-Prinzip** (Representational State Transfer): URLs identifizieren Ressourcen, Methoden definieren Aktionen.
```
GET /users/42 → Benutzer 42 abrufen
PUT /users/42 → Benutzer 42 vollständig ersetzen
@@ -1584,7 +1586,7 @@ Die erste Ziffer kategorisiert die Antwort:
- **301 vs. 302:** 301 = permanent umgezogen (Cache-fähig), 302 = temporär (nicht cachen)
- **304 Not Modified:** Browser hat Cache, Server bestätigt: noch aktuell → spart Bandbreite
**API-Design:** Korrekte Status-Codes sind wichtig für Clients. `200` bei Fehler mit `{"error": "..."}` im Body ist schlechtes Design.
**API-Design** (Application Programming Interface): Korrekte Status-Codes sind wichtig für Clients. `200` bei Fehler mit `{"error": "..."}` im Body ist schlechtes Design.
---
@@ -1714,7 +1716,7 @@ p {
}
```
- Trennt **Inhalt** (HTML) von **Darstellung** (CSS)
- Trennt **Inhalt** (HTML – Hypertext Markup Language) von **Darstellung** (CSS)
- "Cascading" = Regeln können überschrieben werden
- Eine CSS-Datei kann viele HTML-Seiten stylen
@@ -1984,7 +1986,7 @@ Spezifität bestimmt, welche CSS-Regel gewinnt, wenn mehrere auf dasselbe Elemen
- Eine ID schlägt jede Anzahl von Klassen
- `!important` bricht alles → vermeiden, da schwer zu überschreiben
**Best Practice:** Flache Spezifität anstreben. BEM-Methodik (`.block__element--modifier`) hält Spezifität gleichmäßig niedrig.
**Best Practice:** Flache Spezifität anstreben. BEM-Methodik (Block Element Modifier, `.block__element--modifier`) hält Spezifität gleichmäßig niedrig.
---
@@ -2064,7 +2066,7 @@ Best Practice: Setzt das global für alle Elemente.
![bg right:35%](./assets/demos/css-colors.png)
CSS kennt fünf Notationen für Farben: **Keyword**, **Hex**, **RGB**, **RGBA** (mit Transparenz) und **HSL**.
CSS kennt fünf Notationen für Farben: **Keyword**, **Hex**, **RGB** (Red Green Blue), **RGBA** (RGB + Alpha) und **HSL** (Hue, Saturation, Lightness).
```css
/* Keyword */
@@ -354,13 +354,13 @@ true || false // true (ODER)
const hobbies = ["Hobby1", "Hobby2"];
```
2. Gib sie aus:
2. Gebt sie aus:
```javascript
console.log(`I am ${name}, ${age} years old.`);
console.log("My hobbies:", hobbies);
```
3. Erstelle ein `person`-Objekt und greife auf Properties zu
3. Erstellt ein `person`-Objekt und greift auf Properties zu
---
@@ -511,7 +511,7 @@ Jedes Element ist ein Objekt
# Elemente finden
```javascript
// Einzelnes Element (erstes gefundene)
// Einzelnes Element (erstes gefundenes)
document.getElementById("meinId");
document.querySelector(".meineKlasse");
document.querySelector("nav > a");
@@ -631,10 +631,10 @@ remove = aus DOM entfernen
**Aufgaben (in script.js):**
1. Ändere den Text von `#output`
2. Füge 5 `<li>`-Elemente zur Liste hinzu (mit Schleife!)
3. Gib jedem geraden Element eine Klasse `highlight`
4. Style `.highlight` in CSS (z.B. andere Farbe)
1. Ändert den Text von `#output`
2. Fügt 5 `<li>`-Elemente zur Liste hinzu (mit Schleife)
3. Gebt jedem geraden Element eine Klasse `highlight`
4. Gestaltet `.highlight` in CSS (z. B. andere Farbe)
---
@@ -1027,7 +1027,7 @@ Es gibt keine falschen Antworten.
<!-- _class: lead -->
# Danke!
# Danke
**Kontakt:** lb-czechowski@hdm-stuttgart.de
+16 -11
View File
@@ -5,18 +5,17 @@
<title>Port-Highlight</title>
<style>
html, body { margin: 0; padding: 0; background: #fff; font-family: system-ui, sans-serif; }
body { padding: 28px 40px; display: inline-block; }
body { padding: 28px 40px 110px; display: inline-block; }
.line {
font-family: ui-monospace, "SF Mono", monospace;
font-size: 2.2rem;
color: #1a1a2e;
display: flex;
align-items: center;
align-items: baseline;
}
.port-wrap {
display: inline-flex;
flex-direction: column;
align-items: center;
position: relative;
display: inline-block;
margin-left: 4px;
}
.port {
@@ -26,11 +25,20 @@
border-radius: 4px;
font-weight: 700;
}
.below {
position: absolute;
top: 100%;
left: 50%;
transform: translateX(-50%);
display: flex;
flex-direction: column;
align-items: center;
margin-top: 4px;
}
.connector {
width: 2px;
height: 18px;
background: #c2410c;
margin-top: 4px;
}
.caption-text {
background: #fed7aa;
@@ -42,16 +50,13 @@
font-size: 1rem;
font-family: system-ui, sans-serif;
margin-top: 2px;
white-space: nowrap;
}
</style>
</head>
<body>
<div class="line">
212.132.79.37:<div class="port-wrap">
<span class="port">443</span>
<div class="connector"></div>
<div class="caption-text">Port 443 = HTTPS</div>
</div>
212.132.79.37:<span class="port-wrap"><span class="port">443</span><span class="below"><span class="connector"></span><span class="caption-text">Port 443 = HTTPS</span></span></span>
</div>
</body>
</html>
Binary file not shown.

Before

Width:  |  Height:  |  Size: 17 KiB

After

Width:  |  Height:  |  Size: 17 KiB

@@ -104,7 +104,7 @@
<!-- SYN-ACK -->
<div class="msg arrow-left msg-reverse" style="left: 83px; right: 80px; top: 180px;">
<div class="label reply" style="left: 50%; transform: translateX(-50%);">SYN-ACK · Seq=5000, Ack=1001</div>
<div class="quote" style="left: 50%; transform: translateX(-50%);">"OK, ich starte bei 5000"</div>
<div class="quote" style="left: 50%; transform: translateX(-50%);">"OK, ich starte bei 5000 und erwarte 1001"</div>
</div>
<!-- ACK -->
@@ -113,7 +113,7 @@
<div class="quote" style="left: 50%; transform: translateX(-50%);">"Verstanden, los geht's"</div>
</div>
<div class="final">✓ Verbindung steht</div>
<div class="final">Verbindung steht</div>
</div>
</body>
</html>
Binary file not shown.

Before

Width:  |  Height:  |  Size: 62 KiB

After

Width:  |  Height:  |  Size: 63 KiB